2. Tag der NordLogistik Hamburg


2. NordLogistik am 21.04.2012 in Hamburg

Am Samstag, 21. April 2012, 14.00 Uhr, lief in der Imtech Arena, Hamburg die zweite gemeinsame Großveranstaltung zum Thema Logistik im Norden an. Rund 300 Mitglieder sowie Branchenvertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft folgten der Einladung der Transport-, Speditions- und Logistikverbände und der SVGen aus Hamburg und Schleswig-Holstein.

"Wenn die Länder Nordeuropas sich weiterhin wirtschaftlich so erfolgreich entwickeln wie bisher, bricht im Norden Deutschlands schon bald der Verkehr zusammen", hieß es in der zur Pressekonferenz gegen Mittag verbreiteten Prognose, die von Birgit Riege (TalkPoint) moderiert wurde. Die Folgen aus Sicht des Gewerbes: Verlust von Arbeitsplätzen und damit Wohlstandsverluste im Norden.

Ein „mutiges Gegengewicht zum starken Süden und Westen“ zu setzen, ist eines der Anliegen der Nordlogistik. So formulierte es Hans Stapelfeldt, Vorstandsvorsitzender vom Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg. Gegenüber der Presse erläuterten Peter Boyens (UVL/VGL), Michael Gröning (UVL/FSL), Johan Peter Schryver (VHSp) und Hans Stapelfeldt (VSH) die Einschätzungen, Lösungsvorschläge und Forderungen des Logistikgewerbes im Norden:
Steuerliche Maßnahmen zur Einführung eines Truckdiesels
, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Spediteure sichert.

Die optimale Nutzung der Infrastruktur durch rechtzeitige Straßenerhaltungsmaßnahmen, den unverzüglichen Baubeginn der neuen Hafenquerspange, zwei neue Elbquerungen östlich und westlich von Hamburg.

Den unverzüglichen Baubeginn der Fahrrinnenanpassung in der Unterelbe.

Die Verkürzung des Sonntagsfahrverbotes von 22:00 Uhr auf 18:00 Uhr und ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Autobahnen und Bundesstraßen von 20 Jahren.

In der Pressemitteilung zur 2. NordLogistik wurde darauf hingewiesen, dass das Transport- und Logistikgewerbe zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Metropolregion Hamburg und in Schleswig-Holstein gehört. 332.000 Menschen verdienen in diesem Bereich ihren Lebensunterhalt. Die Engpässe in der Infrastruktur gefährden jedoch die Entwicklung einer der größten deutschen Wachstumsbranchen und deren Wettbewerbsfähigkeit im Norden.

„Gemessen an der Bedeutung des Nordens als Verkehrsdrehscheibe Nordeuropas ist die Infrastruktur deutlich unterfinanziert“, sagte Frank Wylezol, Geschäftsführer vom Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH). „Von den rund 19 Milliarden Euro im Investitionsrahmenplan 2011 bis 2015 fließen beinahe 5 Milliarden Euro nach Baden-Württemberg und Bayern. Norddeutschland erhält 1,4 Milliarden Euro. Die Hafenquerspange und andere dringend notwendige Nord-Projekte werden erneut verschoben.“

Bereits heute weist die Verkehrsinfrastruktur an verschiedenen Stellen erhebliche Kapazitätsengpässe auf. Angefangen bei der reparaturanfälligen Köhlbrandbrücke mit täglich rund 50.000 Fahrzeugen. Der Anteil des Wirtschaftsverkehrs beträgt mehr als 12.000 Lkw pro Tag. Ein weiterer Engpass im Handelsverkehr ist der unvollständige Ausbau der Küstenautobahn A20, ein notwendiges Bindeglied zwischen Skandinavien und Norddeutschland. „Und bei der Fahrrinnenanpassung der Unterelbe handelt es sich sogar um ein Verkehrsthema mit bundesweiter Relevanz, das keine weitere Verzögerungen mehr verträgt“, so Kurt-Jürgen Schimmelpfeng, Geschäftsführer vom Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp), in der Pressemitteilung.

„Die Infrastruktur hat eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg“, sagte Dr. Thomas Rackow, Geschäftsführer vom Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL). „Der zügige Ausbau der Verkehrswege wird darüber entscheiden, ob der Norden international wettbewerbsfähig bleibt. Berlin darf den Norden nicht abschneiden!“

Heiß her ging es in den beiden Thementalks zu Euro VI und zur Verkehrsinfrastruktur, moderiert von Carsten Kock (RSH). Kontrovers diskutiert wurde zunächst die Frage, ob sich eine frühzeitige Investition in Euro VI „lohnt“. Die Vertreter von MAN (Oliver Hey) und Mercedes (Thomas Trapp) waren da durchaus unterschiedlicher Auffassung. Die Frage von Stefan Wurzel (SVG Hamburg), wann denn nun der 20-Liter-Lkw käme, konnte jedenfalls keiner der Hersteller beantworten.

Danach diskutierten Peter Boyens, Johan Peter Schryver und Hans Stapelfeldt die Infrastrukturforderungen des Gewerbes mit Staatssekretär Enak Ferlemann (BMVBS), Hans-Jörn Arp (MdL, SH, CDU), Mathias Stein (SH, SPD) und Christopher Vogt (SHG, FDP). Ferlemann prophezeite ein zehnjähriges weiteres Nadelöhr vor und hinter dem Elbtunnel im Zuge des vierstreifigen Ausbaus der A7. Sinnhafter wäre es erst die westliche Querung Hamburgs zu realisieren, um Möglichkeiten der Umfahrung zu haben. Peter Boyens thematisierte erneut das Thema Vorverlegung des Sonntagsfahrverbots. Vielleicht sollte es hier zumindest einmal einen Feldversuch geben, wurde der Politik mit auf den Weg gegeben.

Zum Abschluss wurden den Politikern die „Nordrollen“ übereicht. Diese enthielten sämtliche Forderungen des Gewerbes mitsamt Begründung und Lösungsvorschlägen. Die Transport-, Speditions- und Logistikverbände Hamburgs und Schleswig-Holsteins erwarten von der Politik, dass die in dieser Rolle skizzierten Infrastrukturprojekte mit höchster Priorität vorangebracht werden, um das Wirtschaftswachstum in Norddeutschland zu sichern.

Ein buntes Rahmenprogramm rundete die NordLogistik ab. Ob Lang Lkw, Lkw-Fahrsimulator, Stadionrundgang, Museumsbesuch oder Gespräche mit den Sponsoren: Für jeden war etwas dabei. Zum Abschluss gab es einen handfesten „Fußballersnack“ mit Currywurst, Tappas, und Tortillas.


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