3. NordLogistik Neumünster


3. NordLogistik am 25.05.2013 in Neumünster

Unter dem Motto „Freie Fahrt für unsere Zukunft“ fand am 25. Mai 2013 in den Holstenhallen Neumünster der 3. Tag der NordLogistik statt. Erneut folgten mehr als 250 Mitglieder sowie Branchenvertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft der Einladung der Transport-, Speditions- und Logistikverbände und der SVGen aus Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Großveranstaltung mit dem Schwerpunktthema Logistik im Norden. Ein zweiter Schwerpunkt war der Wettbewerb von Auszubildenden aus Schleswig-Holstein und Hamburg mit dem Lkw.

Über die NordLogistik

Die NordLogistik vernetzt zum dritten Male länderübergreifend die Transport-, Speditions- und Logistikbranche in Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie wird getragen von den Gewerbeverbänden sowie den Straßenverkehrsgenossenschaften beider Länder. Sie vertreten zusammen mehr als 1.500 Unternehmen mit rund 35.000 Mitarbeitern in der Logistikbranche, dem drittgrößten Wirtschaftssektor Deutschlands. Ziel der „NordLogistik“ ist es, mit Gästen aus Politik und Wirtschaft über die logistischen und verkehrspolitischen Anliegen der beiden Nordländer zu diskutieren und Antworten auf aktuelle Fragen zu finden.

Thementalk Infrastruktur: Rolle rückwärts?

Die Kernforderung der Verbände lautete: Die A7 ist die wichtigste Route für den Warenverkehr in Schleswig-Holstein, Skandinavien und Hamburg; die A20 muss schnellstmöglich ausgebaut werden mit anschließender Elbquerung!

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Wirtschaftsjournalisten Andreas Otto von RSH. Nach der Begrüßung von Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, der die Bedeutung des Logistikstandortes Schleswig-Holsteins und Neumünsters hervorhob, ging es schnell zur Sache.

Verkehrsminister Reinhard Meyer, Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann und Mogens Therkelsen vom dänischen Transportverband ITD diskutierten mit norddeutschen Unternehmern über die Notwendigkeit einer gut funktionierenden Infrastruktur.

Dabei waren sich die Unternehmer, vertreten durch den Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL), Verein Hamburger Spediteure (VHSp), Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) und des dänischen Verkehrsgewerbes (ITD) schnell einig, und Peter Boyens, Präsident des UVL, brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen den zügigen Ausbau der A7 und den Weiterbau der A20 über die A7 hinaus einschließlich einer westlichen Elbquerung“.

Dem stimmte auch Mogens Therkelsen (ITD) zu: „Die Warenströme von und nach Skandinavien über die A7 werden zunehmen, da reicht der bestehende Elbtunnel nicht“.

Sowohl Minister Reinhard Meyer, als auch Bundesstaatssekretär Enak Ferlemann
äußerten ihr Verständnis darüber, dass die Logistik und damit die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft eine gut ausgebaute und funktionierende Infrastruktur benötigt. Reinhard Meyer betonte, dass er sich an das „finanziell Machbare“ hält, aber die Planung der A20 über die A7 hinaus vorantreiben werde. Enak Ferlemann wies auf den leeren Geldbeutel des Bundes hin und erklärte, dass auch andere Bundesländer Verkehrsprojekte angemeldet hätten.

Michael Gröning, stellvertretender Präsident des UVL formulierte die Forderungen nochmals deutlich: “Norddeutschland mit seiner maritimen Wirtschaft darf nicht vom übrigen Deutschland abgeschnitten werden. Das gilt auch für die Erreichbarkeit norddeutscher Häfen für Großraum- und Schwertransporte.“

Hans Stapelfeldt und Thomas Usinger, Vorsitzende des VSH, unterstützten die Aussage von Michael Gröning: „Wer die Energiewende will, muss auch den Transport von schweren und übergroßen Waren, wie beispielsweise Windräder, sicherstellen“. Beide Vertreter ergänzten, dass es für die Entlastung Hamburgs wichtig sei, die Autobahnverbindung zwischen der A1 und der A7 zu realisieren. Das gelte ebenso für den Bau der Köhlbrandbrücke.

Für die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens setzte sich der Vorsitzende der Hamburger Spediteure, Johan P. Schryver, ein. „Eine ganze Region, wenn nicht ganz Deutschland, ist vom Hafen abhängig. Es ist daher besonders wichtig, dass endlich mit der Fahrrinnenanpassung der Unterelbe begonnen wird.“

Peter Boyens wies auf einen weiteren wichtigen Punkt hin. Er stellte klar, dass bei einem steigenden Warenverkehr Fahrverbote, gleich welcher Art, reduziert werden müssen. „Bei steigenden Mengen und der norddeutschen Randlage brauchen wir einfach mehr Zeit für den Transport“.

Neben dem Thema Infrastruktur im Norden fand auf dem Außengelände der Holstenhallen ein Wettbewerb von Auszubildenden Schleswig-Holsteins und Hamburgs mit dem Lkw statt. Nach einer Vorauswahl gingen die besten 20 Auszubildenden des Nordens an den Start. Ganze sieben Übungen, vom Geschicklichkeitsfahren bis hin zur Sicherung der Ladung, waren zu bewältigen. Die Übungen wurden von den SVGen, der Landespolizei, dem BAG und von der Berufsgenossenschaft beaufsichtigt und bewertet. Die drei besten Azubis des Nordens wurden am Ende der Veranstaltung durch den parl. Staatssekretär Enak Ferlemann geehrt. Die drei Besten? Nein, am Ende gab es fünf «Sieger» - auf dem zweiten Platz gleich drei Azubis mit gleicher Punktezahl.

Die stolzen Sieger waren:

1. Patrick Rachhold vom Unternehmen Hans-Dieter Usinger GmbH

2. Ali-Dirk Holzerland vom Unternehmen Wolfgang Matthießen Spedition, Jan-Frank Rönfeld vom Unternehmen Burchardt Transporte und Tim Tolksdorf vom Unternehmen Voigt Transport GmbH & Co. KG

3. Nico Franke vom Unternehmen Schutz & Sohn GmbH

Peter Boyens freute sich über das große Interesse des Nachwuchses. „Zum ersten Mal im Norden wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, was unsere jungen Kollegen zu leisten vermögen und dass es sich, genau wie bei anderen Berufsfeldern, um eine dreijährige Berufsausbildung mit viel Verantwortung handelt“.

Thomas Usinger ergänzte: „Dieser Wettbewerb wird dazu beitragen, unser Image aufzubessern und das Verständnis unserer Branche und den Überwachungsbehörden gegenseitig zu stärken“.

Nordrolle 2.0 überreicht

Zum Abschluss wurde den Politikern erneut die „Nordrolle“ übereicht. Diese enthielt sämtliche Forderungen des Gewerbes mitsamt Begründung und Lösungsvorschlägen. Die Transport-, Speditions- und Logistikverbände Hamburgs und Schleswig-Holsteins erwarten von der Politik, dass die in dieser Rolle skizzierten Infrastrukturprojekte mit höchster Priorität vorangebracht werden, um das Wirtschaftswachstum in Norddeutschland zu sichern.

Zum Schluss: Get together

Ein buntes Rahmenprogramm rundete die NordLogistik ab. Hingucker und zum selbst ausprobieren: Der Überschlagsimulator der Berufsgenossenschaft für Verkehr. Ebenso zum Versuchen: der Lkw-Fahrsimulator der SVG. Trotz Schmuddelwetter war auch die „Würstelbude“ gut besucht. Zum Abschluss gab es hinreichend Gelegenheit zum „Small Talk“ mit Kollegen, Politikvertretern und den Ausstellern bei einem zünftigen Holsteiner Buffet.

Abschließend auch an dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle Sponsoren, ohne die auch die 3. NordLogistik so nicht hätte stattfinden können. Nicht zuletzt ein herzliches Danke! an Svenja Hink vom UVL die in diesem Jahr die NordLogistik souverän und federführend organisiert hat. Ein Dank gebührt natürlich auch den Ehrenamtlichen der Verbände und SVGen, die sich aktiv in die Ausarbeitung der diesjährigen NordLogistik mit eingebracht haben.


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